Schattenspieler 2.0 – Energiekosten

Die Ermittlung für Energiekosten ist für mich mehr oder weniger neu. Für meinen Test möchte ich jedoch so genau, wie eben möglich messen, ohne im Vorfeld horrende Ausgaben tätigen zu müssen. Daher habe ich mich auf die Suche nach einem vertrauenswürdigen, relativ aktuellen Testbericht zu Energiemessgeräten gemacht, welchen ich als Heise+ Abonnent genau dort gefunden habe.

In die engere Auswahl sind für mich zwei Energiemessgeräte gekommen. Da wäre das günstige »TS Electronic«, welches dank speziell auf Leistungsmessungen ausgelegten »Cirrus Logic CS5460A« Baustein, exzellente Ergebnisse liefert. Dagegen hält »AVMs Fritz!DECT 200«. Hier kümmert sich ein »Prolific-Chip PL8331« um die Messung, welcher laut Testbericht ebenfalls ausgezeichnete Messergebnisse liefert. Die Fritz!DECT 200 ist kein spezielles Messgerät, sondern bietet einen funktionellen Mehrwert. Ebendieser ist der Grund, wieso meine Wahl auf die Lösung von AVM gefallen ist.

Für die Messung habe ich im Vorfeld überlegt, was genau ich messen möchte. Da ich mir eine Kostenreduzierung des eigentlichen Stromfressers erhoffe, messe ich nur den Energieverbrauch der Endgeräte, sprich ohne Monitor. Im Durchschnitt läuft der Computer bei mir täglich gut und gerne neun Stunden. Dabei teilt sich diese Zeitspanne in Büroarbeit und Gaming auf. Ungefähr fünf Stunden fallen der Zockerei zum Opfer. Wie gesagt, das sind Richtwerte. Natürlich ist es so, dass man beispielsweise bedingt durch die kalte Jahreszeit mal länger vor der Flimmerkiste verweilt, im warmen Sommer dagegen weniger. Auch testen Gamer neue Titel mit Vergnügen ausschweifender. Doch irgendwie muss ich ja vorerst eine Hausnummer definieren.

Der brutto Arbeitspreis beträgt bei meinem Tarif der Stadtwerke »31,94 Ct/kWh« und wird als Grundlage für die Ermittlung genutzt. Für den Test werde ich jeweils eine Stunde zocken. Auf dem Intel NUC werde ich mich für dieses Experiment mit »DOOM Eternal« via Shadow vergnügen. Auf dem Desktop PC, welchem dank Mint 19.3 tricia Leben eingehaucht wird, werde ich »Black Mesa«, der gelungenen Neuinterpretation des Klassikers »Half-Life« die benötigten Werte entlocken. Zusätzlich werde ich die Parameter für eine Stunde »Call of Duty: Modern Warfare« auf der PlayStation 4 Pro festhalten. Auch bei der PS4 werde ich lediglich die Energiekosten für das Gerät an sich messen, sprich ohne Monitor bzw. Glotze.

Nicht jeder Casual-Gamer lässt eine RTX 2080 knechten, welche ohnehin für einen hohen Stromverbrauch bekannt ist. Wie bereits erwähnt, dürfte bei Verwendung der RTX 2080 auch jedem noch so technisch invertierten User die krasse Differenz einleuchten. Auch die Nvidia Quadro P4000 meiner Workstation könnte als Referenzwert herhalten. Doch auch diese Grafikkarte dürften der Casual-User nicht im Einsatz haben, erst recht nicht zum Zocken. Darum stapel ich bewusst tief.

Ich weise nochmal auf den gegebenen Umstand hin, dass hier keine Laborbedingungen vorherrschen und auch nicht die Möglichkeit besteht, durch orgiastische Langzeitmessungen bis auf das tausendstel Watt genau zu kalkulieren. Jedoch sollte diese Rechnung dem gewöhnlichen 0815-Gamer-Haushalt als latente Größe ausreichend sein. Absichtlich nutze ich für die Messung des lokalen Linux Rechners, ein älteres System. Nachstehend technische Eckdaten zu den Testsystemen.

Das lokale Linux Desktop System:

  • GIGABYTE Z77X-D3H
  • Intel Core i7-3770K, 4x 3.5GHz
  • Gainward GeForce GTX 680 4GB
  • 32GB DDR3-1866 Corsair
  • 1x Samsung 850 Pro 512 GB
  • 2x Seagate ST750LX003-1AC154 750 GB

Der Intel NUK aka Schattenspieler 2.0:

  • Intel NUC NUC8I7BEH2 i7 Bean Canyon
  • Intel Core i7-8559U 4×2,7 GHz (Boost 4,5 GHz)
  • Intel Iris Plus Graphics 655
  • 32 GB G.Skill Ripjaws DDR4-2400
  • 1x Samsung 970 Evo Plus 500 GB
  • 1x Samsung 970 Evo Plus 1 TB

Spielkonsole für Vergleichswerte:

  • PlayStation4 Pro CUH-7000
  • AMD Jaguar 8-Core x86-64
  • AMD Radeon-Grafik-Engine
  • 8 GB GDDR5 Arbeitsspeicher
  • 1x Samsung 860 PRO 1 TB

Die Messung mithilfe von AVM Fritzs!DECT 200 ist gewiss sehr genau, dennoch ist es vergleichsweise umständlich, kleine Zeiträume von nur einer Stunde zu erfassen. In der Tat müsste ich den Verbrauch mindestens über eine Woche, besser noch über einen Monat hinweg testen, um präzise Aussagen zu treffen. Dies würde jedoch lediglich Werte auf Basis meines Nutzerverhaltens widerspiegeln. Ich werde es daher so halten, dass ich vorerst für jeweils eine Stunde den niedrigsten und den höchsten Energieumsatz ermittel. Mittels bbx.de Stromkostenrechner rechne ich dann aus, wie hoch der Kostenaufwand bei einem gerundeten Grundpreis von »32 Ct/kWh« ist.

Verbrauch lokales Linux Desktop System


Die Wattleistung vom Linux Desktop für eine Stunde »Black Mesa«, liegt bei minimal 96,34 Watt und maximal 367,78 Watt, gemessen wurden 311 Wattstunden, was gerundet in 0,10 Euro resultiert. Hier muss gesagt werden, das sich nach Beendigung des Spiels die Wattleistung enorm reduziert, woraus sich die minimale Aufnahme ergibt. Der Grafik ist zu entnehmen, das die Wattleistung durchweg ca. 250 Watt betragen hat, bis am Ende der Messung das Spiel geschlossen wurde. Für den Stromkostenrechner, werden die Werte auf minimal 96 Watt und maximal 368 Watt gerundet. Um nachvollziehbare Werte zu erhalten, gehe ich, von fünf Stunden täglich zocken aus.

Verbrauch min. 96 Watt
Tag 0,48 kWh
Woche 3,36 kWh
Monat 13,44 kWh
Jahr 174,72 kWh
Kosten min. 96 Watt
pro Tag 0,15 €
pro Woche 1,08 €
pro Monat 4,30 €
pro Jahr 55,91 €
Verbrauch max. 368 Watt
Tag 1,84 kWh
Woche 12,88 kWh
Monat 51,52 kWh
Jahr 669,76 kWh
Kosten max. 368 Watt
pro Tag 0,59 €
pro Woche 4,12 €
pro Monat 16,49 €
pro Jahr 214,32 €
Rechnen wir mit einem Durchschnitt aus minimaler und maximaler Wattleistung von 232,06 Watt (minimal + maximal / 2), also runden 232 Watt, so fallen im Jahr mindestens 135,12 Euro an Kosten an.

Verbrauch Intel NUK aka Schattenspieler 2.0


Die Wattleistung des Intel NUC für eine Stunde »DOOM Eternal« via »Shadow«, liegt bei minimal 14,94 Watt und maximal 38,33 Watt, gemessen wurden 16 Wattstunden, was gerundet in 0,01 Euro resultiert. Für die Kalkulation mit dem Stromkostenrechner, werden die Werte auf minimal 15 Watt und maximal 38 Watt gerundet.

Verbrauch min. 15 Watt
Tag 0,07 kWh
Woche 0,53 kWh
Monat 2,10 kWh
Jahr 27,30 kWh
Kosten min. 15 Watt
pro Tag 0,02 €
pro Woche 0,17 €
pro Monat 0,67 €
pro Jahr 8,74 €
Verbrauch max. 38 Watt
Tag 0,19 kWh
Woche 1,33 kWh
Monat 5,32 kWh
Jahr 69,16 kWh
Kosten max. 38 Watt
pro Tag 0,06 €
pro Woche 0,43 €
pro Monat 1,70 €
pro Jahr 22,13 €
Rechnen wir mit einem Durchschnitt aus minimaler und maximaler Wattleistung von 25,5 Watt (minimal + maximal / 2), also runden 26 Watt, so fallen im Jahr mindestens 15,41 Euro an Kosten an.

Verbrauch Spielkonsole (PS4 Pro)


Die Wattleistung der Sony PlaySation 4 Pro für eine Stunde »Call of Duty: Modern Warfare«, liegt bei minimal 129,81 Watt und maximal 174,16 Watt, gemessen wurden 153 Wattstunden, was gerundet in 0,05 Euro resultiert. Für die Kalkulation mit dem Stromkostenrechner, werden die Werte auf minimal 130 Watt und maximal 174 Watt gerundet.

Verbrauch min. 130 Watt
Tag 0,65 kWh
Woche 4,55 kWh
Monat 18,20 kWh
Jahr 236,60 kWh
Kosten min. 130 Watt
pro Tag 0,21 €
pro Woche 1,46 €
pro Monat 5,82 €
pro Jahr 75,71 €
Verbrauch max. 174 Watt
Tag 0,87 kWh
Woche 6,09 kWh
Monat 24,36 kWh
Jahr 316,68 kWh
Kosten max. 174 Watt
pro Tag 0,28 €
pro Woche 1,95 €
pro Monat 7,80 €
pro Jahr 101,34 €
Rechnen wir mit einem Durchschnitt aus minimaler und maximaler Wattleistung von 152 Watt (minimal + maximal / 2), so fallen im Jahr mindestens 88,52 Euro an Kosten an.

Mein Zwischenfazit

Abermals der Verweis auf die Tatsache, dass diese Werte als Richtwert aufzufassen sind. Im Speziellen der Umstand, dass beispielsweise die Leistung des Linux Desktops gegen Ende der Messung derb einbricht, macht das Ergebnis in Summe nicht genau, da somit z.B. der Durchschnitt stark abweicht. Aber gerade dadurch kann man sich gewiss sein, dass dieses Rechenbeispiel Kosten widerspiegelt, mit denen man – grad bei modernen Systemen – mindestens rechnen darf.

Wie bereits erwähnt, sollte auch einem technisch nicht so affinen Menschen schlüssig sein, dass die Kombination aus Intel NUC und Shadow, auf lange Sicht laufende Kosten reduziert. Somit habe ich mein Ziel ganz sicher mit dieser Lösung erreicht. Das vor dem Hintergrund, dass die grafischen Möglichkeiten von Shadow, die der aktuellen Konsolengeneration um ein zigfaches übersteigen. Dem PC hingegen steht Shadow diesbezüglich in nichts nach. Natürlich steckt hinter Shadow eine Serverlösung, welche ein Vielfaches an Energie benötigt. Jedoch verteilt sich diese auf hunderte Nutzer.

So ist Shadow letztlich nicht nur für die Kasse von Vorteil, sondern schont auch noch die Umwelt. Ein Umstand welcher in Zeiten wie diesen irgendwo zwischen hipp und vernünftig anzusiedeln ist. Ich werde die Werte der Testsysteme jetzt über einen Zeitraum von mindestens einem Monat erfassen. Ich bin gespannt, inwieweit die Rechnung dann aufgehen wird.

Hilf mir doch bitte dabei, meine laufenden Kosten weiterhin zu reduzieren. Das wäre wirklich eine extremste geile Geste. Teile den Link zu meinem Shadow-Promo-Code »JOE2UHOW« oder nutze ihn einfach selbst. Vielen Dank!

Quelle: Titelbild, Shadow.tech

4 Gedanken zu „Schattenspieler 2.0 – Energiekosten“

  1. Hallo. Klasse Bericht. Klar, keine wissenschaftliche Arbeit, jedoch wird das Sparpotential deutlich. Ich überlege auch mir Shadow zuzulegen, bin aber skeptisch was die Latenz angeht. Es wäre cool, wenn Du dazu etwas sagen könntest.

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    • Ich denke was die Latenz angeht, ist dies viel Empfindungssache. Viele Spieler, gewiss nicht alle, aber ein nicht unwesentlicher Teil, wissen eh nicht, wovon sie da faseln. Da wird einfach gebetsmühlenartig gesagt, was ihnen von Youtubern, Streamern und Co. vorgekaut wurde. Es gibt eine Latenz, welche in den meisten Fällen jedoch lediglich messbar, aber nicht deutlich spürbar ist. Es kommt dabei auf viele Faktoren an, angefangen von der Entfernung zum Einwahlknoten, über die eigenen Anbindung, bis hin zur eingesetzten Hardware und System. Ich würde daher sagen, es ist abhängig von der jeweiligen Sachlage. Ich persönlich habe keine Latenzprobleme. Es gibt aktuell mal hohe Piks, diese fangen sich jedoch schnell. Normal habe ich eine von Shadow gemessene Latenz zwischen 20 bis 24 Millisekunden. Da darf gewiss noch wohlwollend etwas hinzuaddieren werden und wenn es dann 45 Ms wären, ist dies noch immer vertretbar. Für die meisten Spiele(r) ist das sicherlich in Ordnung. Viele bezeichnen sich als Pro-Gamer und begründen damit, das Shadow ungeeignet sei. Aber mal Hand auf’s Herz, das Pro darf jeder gerne streichen, der nicht wirklich professionell in entsprechenden Ligen (z.B. ESL) spielt, oder auf Lohnsteuerkarte zockt. Die meisten sind maximal gehobene Casual-Gamer. Viel zocken, heißt nicht viel Pro zu sein. 😀

      Antworten
      • Up. Danke für die Rückantwort. Fällt ohne Mail Benachrichtigung nicht auf. Ja, da gebe ich dir natürlich recht. Kannst du vielleicht mal ein artikel dazu schreiben und das zeigen?

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