Ein Plus oder Minus?!

Viele sind so zuverlässig, dass man sich auf ihr Versagen verlassen kann! Eine Erfahrung, welche ich für mich immer wieder neu mache, speziell jetzt, in COVID-19 Isolation. Rechnerisch befinde ich mich für das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises seit dem 17.12.2020 in Quarantäne, denn da wurde mittels PCR-Test auf COVID-19 getestet. Dennoch bin ich an diesem, als auch dem darauffolgenden Tag wie gewohnt meiner Arbeit nachgegangen. Aber wir wollten nicht kleinlich sein oder behördliche Dekrete der Profis infrage stellen.

Seit dem 19.12.2020 bin ich offiziell Corona positiv. Eine Unannehmlichkeit, welche dieses Jahr für seelenruhige Weihnachten sorgte. Da auch 10 Tage nach der Isolierung noch immer Krankheitssymptom vorhanden sind, ist die Quarantäne vom Gesundheitsamt bis zum 04.01.2021 verlängert worden. Der gute Rutsch wird also ebenfalls sehr eintönig ausfallen.

Wie dem auch sei, die Quarantäne ist ein Umstand, welcher dafür sorgt, dass man sich auf andere Leute verlassen muss. Eine Tatsache, welche mir persönlich sehr schwerfällt. Grundsätzlich bin ich nicht besonders gut darin, Hilfe anzunehmen oder um ebendiese zu bitten. Ich habe viele Menschen in meinem Umfeld, auf die definitiv Verlass ist. Die Familie, die Freundin und auch Freunde.

Dennoch stelle ich fest, dass es immer wieder Menschen gibt, auf welche man baut, nur um dann zu erkennen, dass deren Hilfsangebote Lippenbekenntnisse waren. Hohle Versprechen, welche in Ausflüchte münden. Diese Sorte Mensch sind der eigentliche Anstoß für mein häufig bescheidenes Ausschlagen von Hilfsangeboten. Genau dieser Schlag Mensch ist es jedoch, der stets auf der Matte steht und penetrant Hilfe einfordert. Da sind Anstand und vornehme Zurückhaltung plötzlich Fremdwörter und wehe, man kann nicht liefern.

Wie Ernst Ferstl eins sagte: „Wir müssen damit rechnen, dass andere mit uns rechnen. Wir können aber entscheiden, ob wir für sie ein Plus oder Minus sind.“ Da ich mir nach dem Lesen des Buches „Achtsam morden“ von Karsten Dusse* fest vorgenommen habe, 2021 aus dem Buch für mich gewonnene Maxime anzuwenden, gehe ich davon aus, das ich für viele Menschen im neuen Jahr mit einem dicken Minus gleichzusetzen bin.

Auf Neid und Missgunst ist mehr Verlass als auf Solidarität. Dabei wäre jedweder Unmut doch so simpel zu vermeiden, indem man sich eben nicht in Fickfacke verstrickt, oder lange Ausführungen zu angeblichen Überlegungen zwecks Umsetzung der zugesagten Hilfeleistung zum besten gibt. Ein Schlichtes: „Entschuldige bitte, ich schaffe es nicht.“ Das ist in Summe mehr wert und aufrichtiger als jede Schwafelei.

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